Alles, was man zum Fahren mit Anhänger wissen muss

23.1.2019

Um größere Lasten zu transportieren, sind Pkw-Anhänger ideal. Doch beim Fahren mit Anhängern – seien es kleine Baumarkt-Anhänger oder aber größere „Anhängsel“ wie Wohnwagen, Anhänger für Räder, Motorräder, Boote, Pferde oder Oldtimer – gibt es einiges zu beachten. Welchen Führerschein braucht man eigentlich? Was ist bei der Ladungssicherung zu beachten? Und: Ist das Fahrzeug für dieses Anhängegewicht geeignet?

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Der richtige Führerschein

 

 

Die richtige Fahrerlaubnis ist beim Fahren mit Anhängern die Grundvoraussetzung. Ob Sie für die Fahrt mit einem Pkw-Anhänger die Führerscheinklasse B (also den normalen Autoführerschein), B 96 oder BE benötigen, hängt im Wesentlichen von der zulässigen Gesamtmasse des Gespanns ab. Für den kleinen Baumarkt-Anhänger (bis 750 Kilo zulässiges Gesamtgewicht) beispielsweise genügt der Führerschein der Klasse B. Für Wohnwagengespanne ist sehr häufig der Führerschein B 96 ausreichend.

Welche Autos und Gespanne mit welcher Fahrerlaubnisklasse geführt werden dürfen, erfahren Sie hier

Maximale Anhängelasten beachten

Bei Pkw-Anhängern unterscheidet man zwei Typen: Gebremste Hänger mit eigener Bremsvorrichtung und ungebremste. Der Anhängertyp entscheidet auch über die maximale Anhängelast, die im Fahrzeugschein beziehungsweise in der Zulassungsbescheinigung für beide Typen vermerkt ist. Die maximalen Anhängelasten von Pkw variieren stark und liegen zwischen wenigen Hundert Kilogramm bis zu 3,5 Tonnen. Diese maximalen Lasten dürfen nicht überschritten werden.

Die wichtigsten Fahrzeuge und deren maximale Anhängelasten für gebremste und ungebremste Anhänger finden Sie hier.

Anhänger richtig beladen

Verantwortungsvolle Beladung ist für die Sicherheit unerlässlich! Und das gilt nicht nur für große und schwere Anhänger wie zum Beispiel Wohnwagen, Boote oder Pferdeanhänger. Auch schon bei kleinen Baumarkt-Anhängern kann die Überladung beziehungsweise falsche Beladung schlimme Folgen haben, wie unsere Brems- und Ausweichtests gezeigt haben. Im schlimmsten Fall stürzt das Gespann um.

 

Tipps zum richtigen Beladen:

  • Schwere Lasten sollten unbedingt über der Achse des Anhängers transportiert werden, auf keinen Fall zu weit vorne oder hinten. Nur so erzielt man eine optimale Straßenlage und gewährleistet eine optimale Bremswirkung.

  • Die im Fahrzeugschein eingetragene zulässige Stützlast und die des Anhängers sollte beim Beladen möglichst ausgeschöpft, keinesfalls aber überschritten werden.

  • Lasten auf Anhängern sind so zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegungen nicht verrutschen, umfallen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.

  • Grundsätzlich ist über das Gespann nach hinten herausragende Ladung deutlich zu kennzeichnen.

Übrigens: Überladung wird beim Pkw-Anhänger ebenfalls mit Bußgeldern und mit Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei geahndet (bei Anhängern über 2 Tonnen zGG bereits ab mehr als 5 Prozent).

Im Video gibt JP Kraemer noch weitere Tipps, was Sie beim Fahren mit Anhänger beachten sollten: 

Rückwärts rangieren

  • Stellen Sie Ihren Innen- und Außenspiegel so ein, dass Sie Ihren Anhänger gut sehen können.

  • Lenken Sie langsam, da vor allem kleine Anhänger sehr stark auf große Lenkradeinschläge reagieren.

  • Wenn Sie sich mit den Abständen nicht sicher sind, sollten Sie stehenbleiben und aussteigen. Nur so wissen Sie genau, wie viel Rangierraum Sie noch haben. Wenn Sie zu zweit sind, kann Ihnen Ihr Mitfahrer Anweisungen geben.

  • Je steiler der Winkel ist, in dem Sie zur Parklücke stehen, umso schwerer wird das Einparken. Wenn möglich, dann fahren Sie Ihr Auto etwas weiter von der Parklücke weg, damit Sie in einem sanften Bogen einparken können.

  • Fahren Sie langsam, damit Sie rechtzeitig bremsen und reagieren können. Außerdem können Sie den Anhänger so viel besser kontrollieren.

 

Hänger fahren üben

Wer lange nicht mehr oder noch nie mit Anhänger gefahren ist, sollte unbedingt vorher auf einer großen Fläche oder einem Verkehrsübungsplatz bzw. Fahrsicherheitszentrum üben. Insbesondere das Rangieren und Rückwärtsfahren haben es in sich. Im Hinterkopf sollte man immer haben, dass sich der Hänger beim Rückwärtsfahren anders verhält, als man es erwartet: Er bewegt sich in entgegengesetzter Richtung des Lenkradeinschlags. Vorsicht auch bei starkem Wind oder beim Befahren von Brücken! Große Fahrzeuge haben eine größere Windangriffsfläche als kleine. Auch leere Anhänger sind windanfälliger als Anhänger mit voller Ladung. 

Wichtiger Tipp für Gefahrensituationen: Falls der Hänger doch mal ins Schlingern gerät, empfehlen wir, die Geschwindigkeit durch leichtes Bremsen vorsichtig zu verringern, anstatt der Pendelbewegung hektisch entgegen zu lenken.

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